Leben und Arbeit an der OWSK // Bericht von Tina

Eine Slackline fasziniert überall: Hier als Freizeitbeschäftigung an der OWSK
Eine Slackline fasziniert überall: Hier als Freizeitbeschäftigung an der OWSK

Unsere Volontärin Tina: ist 23 Jahre jung

und studiere derzeit in Cottbus den Studiengang

"Soziale Arbeit". Sie verbringt ihr Praxissemester

an der OWSK in Tansania.

 

Ende August bin ich gemeinsam mit einer Freundin an der One World Secondary School von Karl-Heinz und Swantje Köhler angekommen. Wir waren ziemlich geschlaucht von der weiten Anreise und da wir die Nacht davor nicht geschlafen haben, sondern uns in Berlin die Zeit bis zum Abflug um 6:00 Uhr morgens, mit Freunden vergnügt haben. Da kam uns die herzliche Begrüßung bei den Köhlers gerade recht! Spät am Abend zeigten sie uns unser Zimmer, wir haben noch das Moskitonetz aufgehängt und sind dann todmüde ins Bett gefallen. Am nächsten Tag nach einen leckeren Frühstück mit Sconsis (leicht süße, handtellergroße Hefeteigbrötchen), vielerlei Obst und frischer Milch vom Bauern nebenan, kam Phillip, der zweite Volontär. Nach einer Tasse Tee wurde uns das weitläufige Schulgelände gezeigt. Beim Rundgang lernten wir ein paar Schüler und die Lehrer kennen. Die Schul- und Wohngebäude sind sehr einfach, aber mit Liebe eingerichtet und man merkt, wie viel Mühe sich die Köhlers geben den Kindern Wissen, wichtige Kompetenzen und Selbstbewusstsein zu vermitteln.

 

 

Den zweiten Tag beginnen wir wie alle anderen um 7:15 Uhr im Haus der Köhlers zum Frühstück. Bei der Morgenparade werden die deutsche Nationalhymne und die Schulhymne gesungen. Für die Schüler geht es in die Klassenräume und wir bekommen noch eine Besichtigung der Primary School nebenan. Danach heißt es Abschied nehmen für drei Wochen, denn wir brechen schon wieder auf: Meine offizielle Tätigkeit hat noch gar nicht begonnen, sondern wir planten gleich zu Beginn drei Wochen ein, um das Land kennenzulernen. So ging es los Richtung Tanga. Phillip und Daudi (der Erzieher der Jungs) begleiten uns noch bis zur Hauptstraße, wo der Bus abfährt. Die Wartezeit (kann schon einmal länger sein in Tansania, ganz nach der Einstellung „polepole“ – „langsam“) ist aber nicht so schlimm, da der Schuhmacher an der Straße leckere Mandasi (fettige Krapfen) verkauft und gutes Englisch spricht. Und dann kommt auch schon der Bus.

 

Nach unserer dreiwöchigen Reise (Kisangara – Tanga – Dar es Salaam – Sansibar – Arusha – Safaritour – Moshi – Kisangara), um das Land und die Leute etwas zu beschnuppern und Swahili-Grundkenntnisse zu erlernen, kam ich gemeinsam mit Phillip, mit dem ich mich in Moshi getroffen hatte, mit großer Vorfreude zurück an die One World Secondary School. Natürlich richtig tansanisch, erst mit einem vollgestopften Daladala (Autobusse) und dann mit dem Bodaboda (Motorrad) inkl. ganzem Gepäck. Am Sonntagmorgen habe ich dann mein Zimmer geputzt, nach meinen Vorstellungen eingerichtet und mit Leben gefüllt! An dieser Stelle noch vielen Dank an die Volontäre Leila und Simon, welche das Zimmer mit selbstgebauten Ablageflächen verschönert haben! Am Nachmittag kamen dann die ersten Schüler zurück an die Schule. Das Gepäck musste kontrolliert werden, ob unerlaubte Dinge mit eingepackt wurden und das Schulgeld wurde eingesammelt. Dabei konnte ich mir schon ein paar Namen einprägen. Der Montagmorgen begann dann mit einer Einführung in meine Zeit durch Karl-Heinz, welche Aufgaben von mir übernommen werden und ich wurde gefragt, wie ich mir dir Zeit an der Schule vorstelle. Dabei wurden auch die ersten Projektpläne geschmiedet.

 

Eine tägliche Aufgabe der Volontäre besteht in der Begleitung der Studytime, die erste beginnt um 17:00 Uhr. Ich begleite Form I und Form II in Mathematik. Dazu habe ich mir die Übungsbücher aus der Bibliothek geholt, und vom Mathelehrer Boniventure Tests geben lassen. Die meisten Schüler/innen sind sehr lernwillig und verstehen schnell, und mit ein bisschen Schokolade oder Gummibärchen klappt sogar schon der pünktliche Beginn.

 

Eine andere Aufgabe ist die Begleitung zum Sport am Mittwoch und Samstag. Ich habe es wirklich geschafft die Mädchen aus sich herauszuholen und zum Bewegen zu bringen. Die meisten sind leider sehr unsportlich und unbeweglich für ihr Alter! Wir machen Übungszirkel, laufen jetzt auch schon mehrmals um das Fußballfeld oder machen Spiele mit Bällen oder der Frisbee. Ansonsten werden die Schüler/innen am Wochenende in die verschiedenen Kirchen gebracht. Ich kann wirklich empfehlen sich alle Kirchen anzuschauen, denn jede ist anders und hat ihren individuellen Charme. Man bekommt auch schon mal eine Papaya vom Pfarrer geschenkt, oder wird nach Eintragung ins Gästebuch mit Namen aufgerufen und darf die Kirchengemeinde begrüßen. 

 

Meine Aufgabe ist zudem die Betreuung der kranken und verletzten Schüler/innen. Da ich examinierte Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin bin, kann ich die Situationen sehr gut einschätzen und den Kindern die richtigen Medikamente geben. Meist sind es kleine Beschwerden, wie Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Pilzinfektionen oder kleinere Wunden, die sich sehr gut an der Schule ohne Arzt behandeln lassen. Einmal war ich bis jetzt in der Health Station in Kisangara, hoffe dabei bleibt es auch, denn deren Diagnosestellung, sowie die Gabe der Medikamente ist sehr fragwürdig.

 

Am Wochenende ist dann Zeit für Projekte. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht 11 Schüler/innen zu Schulsanitätern auszubilden. Ich vermittle ihnen theoretisches Wissen und richtiges Handeln bei Kreislaufproblemen, beim Auffinden einer bewusstlosen Person und bei Nasenbluten oder Wunden. Je nach Problem zeige ich ihnen praktische Übungen, die sie anschließend gegenseitig an sich oder am Objekt üben. Außerdem geht es um gesunde, ausgewogene Ernährung und um die Prävention, sowie um den angemessenen Umgang mit harmlosen Erkrankungen (Bauchschmerzen, Halsschmerzen, Durchfall), die man auch ohne Medikamente behandeln kann.

Für die Zeit zwischendurch und um den Schulalltag zu entfliehen, habe ich die Slackline auf dem Schulgelände montiert. Das bereitet sogar den Lehrern Spaß und führt alle zusammen. Da kommt es auch schon einmal zu einem Wettstreit, wer es am häufigsten schafft von dem einen Baum zum andern zu laufen oder die meiste Kraft in den Armen hat und sich von der Slackline hochdrücken kann.

 

 

Die Schüler/innen sind wirklich alle wundervolle, aufgeschlossene und interessierte Jugendliche mit denen man sehr gut arbeiten kann und viel Spaß hat. Mit Karl-Heinz und Swantje Köhler kann man sehr gut reden und eigene Vorstellungen mit viel Unterstützung umsetzen. Deshalb bin ich wirklich glücklich an der One World Secondary School mein Praxissemester verbringen zu dürfen!


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Kommentare: 1
  • #1

    Helmut (Freitag, 18 November 2016 21:45)

    Schöner Beitrag! Macht Spaß zu lesen! Weiterhin gutes Gelingen!

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